Digitalstrategie•04. August 2026•2 Min. Lesezeit

Seit 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der EU-KI-Verordnung (AI Act). Sie betreffen nicht nur Anbieter wie OpenAI oder Midjourney, sondern auch Unternehmen, die KI-Tools beruflich einsetzen – etwa für Website-Content, Social Media oder den Kundenservice.

Keine pauschale Kennzeichnungspflicht

Die gute Nachricht vorweg: Nicht jeder Text, jedes Bild oder jede E-Mail, die mit Hilfe von KI entstanden ist, muss mit einem Hinweis „KI-generiert“ versehen werden. Entscheidend sind die Art des Inhalts, der Verwendungszweck und die Frage, ob ein Mensch den Inhalt geprüft hat.

Wann eine Kennzeichnung nötig ist

  • Chatbots & Voicebots: Menschen müssen erkennen können, dass sie mit einer KI kommunizieren, wenn das nicht offensichtlich ist.
  • Realistische KI-Bilder, -Videos und -Stimmen: Inhalte, die wie echte Aufnahmen realer Personen, Orte oder Ereignisse wirken (Deepfakes), sind offenzulegen.
  • Texte zu Themen von öffentlichem Interesse: KI-generierte Texte, die die Öffentlichkeit etwa über politische, gesundheitliche oder finanzielle Themen informieren, sind grundsätzlich kennzeichnungspflichtig.

Menschliche Prüfung macht den Unterschied

Bei Texten entfällt die Kennzeichnungspflicht, wenn ein Mensch den Inhalt vor der Veröffentlichung tatsächlich inhaltlich prüft und eine klar identifizierbare Person oder Organisation die redaktionelle Verantwortung übernimmt. Eine reine Rechtschreibkorrektur reicht dafür nicht aus. Klassische Marketing- und Unternehmenskommunikation fällt in der Regel nicht unter die Textkennzeichnungspflicht.

Was Sie jetzt tun sollten

  • Bestandsaufnahme: Wo setzen Sie KI ein – Chatbot, Bilder, Texte, Videos?
  • Chatbots und automatisierte Kommunikation auf ausreichende Transparenz prüfen
  • Einen klaren Freigabeprozess für KI-unterstützte Inhalte festlegen
  • Realistische KI-Bilder in Werbung und auf der Website gezielt prüfen

Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder. Wir unterstützen Sie gerne dabei, Ihre KI-Einsatzbereiche zu strukturieren und Kennzeichnungen sauber auf Ihrer Website umzusetzen.

Hinweis: Dieser Beitrag bietet einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.